<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="no"?><SDOCTA xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" STATUS="DEF1" xsi:noNamespaceSchemaLocation="TA.xsd"><IDENT><STRING BOLD="on">P10_TA(2025)0043</STRING></IDENT><TI><STRING BOLD="on">Antrag auf Aufhebung der Immunität von Mariusz Kamiński</STRING></TI><HIDDEN><STRING HIDDEN="on" ITALIC="on">(A10-0032/2025 - Berichterstatter: Mario Furore)</STRING></HIDDEN><TXTLST><DECISION><TI><STRING BOLD="on">Beschluss des Europäischen Parlaments vom 1. April 2025 über den Antrag auf Aufhebung der Immunität von Mariusz Kamiński (2024/2046(IMM))</STRING></TI><TEXT><PREAMBLE><PRINIT><STRING ITALIC="on">Das Europäische Parlament,</STRING></PRINIT><GRVISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>unter Hinweis auf den Antrag des Generalstaatsanwalts der Republik Polen auf Aufhebung der Immunität von Mariusz Kamiński vom 29. Juli 2024, mit dem ein Antrag der Bezirksstaatsanwaltschaft Warschau im Zusammenhang mit einem Strafverfahren gegen Mariusz Kamiński weitergeleitet wurde und der am 16. September 2024 im Plenum bekannt gegeben wurde,</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>unter Hinweis auf die Anhörung von Mariusz Kamiński am 30. Januar 2025 gemäß Artikel 9 Absatz 6 der Geschäftsordnung des Parlaments und die von ihm vorgelegten Dokumente,</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>gestützt auf die Artikel 8 und 9 des Protokolls Nr. 7 über die Vorrechte und Befreiungen der Europäischen Union und auf Artikel 6 Absatz 2 des Aktes vom 20. September 1976 zur Einführung allgemeiner unmittelbarer Wahlen der Mitglieder des Europäischen Parlaments,</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>unter Hinweis auf die Urteile des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 21. Oktober 2008, 19. März 2010, 6. September 2011, 17. Januar 2013, 19. Dezember 2019 und 5. Juli 2023<FOOTNOTE><FIELD> Urteil des Gerichtshofs vom 21. Oktober 2008, Marra/De Gregorio und Clemente, C‑200/07 und C-201/07, ECLI:EU:C:2008:579; Urteil des Gerichts vom 19. März 2010, Gollnisch/Parlament, T‑42/06, ECLI:EU:T:2010:102; Urteil des Gerichtshofs vom 6. September 2011, Patriciello, C‑163/10, ECLI: EU:C:2011:543; Urteil des Gerichts vom 17. Januar 2013, Gollnisch/Parlament, T‑346/11 und T‑347/11, ECLI:EU:T:2013:23; Urteil des Gerichtshofs vom 19. Dezember 2019, Junqueras Vies, C‑502/19, ECLI:EU:C:2019:1115; Urteil des Gerichts vom 5. Juli 2023, Puigdemont i Casamajó u. a./Parlament, T‑272/21, ECLI:EU:T:2023:373.</FIELD></FOOTNOTE>;</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>unter Hinweis auf Artikel 105 Absätze 2 und 5 der Verfassung der Republik Polen,</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>gestützt auf Artikel 5 Absatz 2, Artikel 6 Absatz 1 und Artikel 9 seiner Geschäftsordnung,</P></VISA><VISA><P><NO.P>–</NO.P>unter Hinweis auf den Bericht des Rechtsausschusses (A10-0032/2025),</P></VISA></GRVISA><GRCONS><CONS><P><NO.P>A.</NO.P>in der Erwägung, dass der polnische Generalstaatsanwalt mit Schreiben vom 29. Juli 2024 einen Antrag der Bezirksstaatsanwaltschaft Warschau auf Aufhebung der Immunität von Mariusz Kamiński im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Verstoß gegen Artikel 244 in Verbindung mit Artikel 12 des polnischen Strafgesetzbuchs weitergeleitet hat;</P></CONS><CONS><P><NO.P>B.</NO.P>in der Erwägung, dass im Antrag angegeben wird, Mariusz Kamiński habe am 21. und 28. Dezember 2023 in Warschau in kurzen zeitlichen Abständen und mit im Voraus gefasstem Vorsatz insofern gegen das mit rechtskräftigem Urteil des Bezirksgerichts Warschau [Sąd Okręgowy w Warszawie] vom 20. Dezember 2023 verhängte Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter für die Dauer von fünf Jahren verstoßen, als er das Mandat eines Mitglieds des Sejm (untere Kammer des polnischen Parlaments) der Republik Polen ausübte, indem er am 21. Dezember 2023 an der Sitzung des Sejm teilnahm, und zwar u. a. an Abstimmungen, und indem er am 28. Dezember 2023 an einer Sitzung des Sejm-Ausschusses für Verwaltung und innere Angelegenheiten teilnahm; in der Erwägung, dass die ihm zur Last gelegten Handlungen eine Straftat nach Artikel 244 in Verbindung mit Artikel 12 des polnischen Strafgesetzbuchs darstellen;</P></CONS><CONS><P><NO.P>C.</NO.P>in der Erwägung, dass Mariusz Kamiński am 18. April 2024 über den oben genannten Tatvorwurf in Kenntnis gesetzt wurde; in der Erwägung, dass Mariusz Kamiński bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Juni 2024 in das Europäische Parlament gewählt wurde; in der Erwägung, dass Mariusz Kamiński zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Straftat kein Mitglied des Europäischen Parlaments war;</P></CONS><CONS><P><NO.P>D.</NO.P>in der Erwägung, dass die mutmaßliche Straftat und der folgende Antrag auf Aufhebung seiner Immunität nicht im Zusammenhang mit einer in Ausübung des Amtes als Mitglied des Europäischen Parlaments erfolgten Äußerung oder Abstimmung von Mariusz Kamiński im Sinne von Artikel 8 des Protokolls Nr. 7 über die Vorrechte und Befreiungen der Europäischen Union stehen;</P></CONS><CONS><P><NO.P>E.</NO.P>in der Erwägung, dass Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe a des Protokolls Nr. 7 über die Vorrechte und Befreiungen der Europäischen Union vorsieht, dass den Mitgliedern des Europäischen Parlaments im Hoheitsgebiet ihres eigenen Staates die den Parlamentsmitgliedern zuerkannte Unverletzlichkeit zusteht;</P></CONS><CONS><P><NO.P>F.</NO.P>in der Erwägung, dass Abgeordnete gemäß Artikel 105 Absätze 2 und 5 der polnischen Verfassung vom Tag der Bekanntgabe der Wahlergebnisse bis zum Tag des Ablaufs ihres Mandats ohne Zustimmung des Sejms der Republik Polen nicht strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen und weder inhaftiert noch festgenommen werden dürfen, es sei denn, sie werden bei der Begehung einer Straftat festgenommen und ihre Inhaftierung ist für die Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Verfahrens erforderlich;</P></CONS><CONS><P><NO.P>G.</NO.P>in der Erwägung, dass der Zweck der parlamentarischen Immunität darin besteht, das Parlament und seine Mitglieder vor Gerichtsverfahren zu schützen, die sich auf Tätigkeiten beziehen, die sie in Ausübung ihrer parlamentarischen Funktionen durchführen und die untrennbar mit diesen Funktionen verbunden sind;</P></CONS><CONS><P><NO.P>H.</NO.P>in der Erwägung, dass gemäß Artikel 5 Absatz 2 der Geschäftsordnung die parlamentarische Immunität kein persönliches Vorrecht eines Mitglieds, sondern eine Garantie der Unabhängigkeit des Parlaments als Ganzes und seiner Mitglieder ist;</P></CONS><CONS><P><NO.P>I.</NO.P>in der Erwägung, dass das Parlament im vorliegenden Fall nicht feststellen konnte, dass ein <STRING ITALIC="on">fumus persecutionis</STRING> vorlag, d. h. Tatsachen, die darauf hindeuten, dass das zugrunde liegende Verfahren von der Absicht getragen wird, der politischen Tätigkeit des Mitglieds in seiner Eigenschaft als Mitglied des Europäischen Parlaments zu schaden;</P></CONS><CONS><P><NO.P>J.</NO.P>in der Erwägung, dass einerseits das Parlament nicht einem Gericht gleichgesetzt werden kann und dass andererseits das Mitglied des Parlaments im Zusammenhang mit einem Verfahren zur Aufhebung der Immunität nicht als „Angeklagter“ gelten darf<FOOTNOTE><FIELD> Urteil des Gerichts vom 30. April 2019, Briois/Parlament, T‑214/18, ECLI:EU:T:2019:266.</FIELD></FOOTNOTE>;</P></CONS></GRCONS></PREAMBLE><DISPOSITIF> <ACTLST><ACTION><P><NO.P>1.</NO.P>beschließt, die Immunität von Mariusz Kamiński aufzuheben;</P></ACTION><ACTION><P><NO.P>2.</NO.P>beauftragt seine Präsidentin, diesen Beschluss und den Bericht seines zuständigen Ausschusses unverzüglich den zuständigen Organen der Republik Polen und Mariusz Kamiński zu übermitteln.</P></ACTION></ACTLST></DISPOSITIF></TEXT></DECISION></TXTLST></SDOCTA>